
Das Vorkommensgebiet der Piranhas umfasst alle großen Flüsse in Südamerika. Hauptsächlich ist er im Amazonas in und seinen Zu- und Nebenflüssen in Brasilien zu finden. Der Amazonas ist der längste Fluss Südamerikas und misst mit seinen Einzugsgebieten eine Fläche von über 7 000 000 Quadratkilometern. Die Nebenflüsse, die Aus den Anden kommen, wie z.B. Jurua, Purus und Madeira, führen lehmig trübes Wasser ( Weißwasserflüsse ). Der Rio Negro aus dem westlichen Tiefland bringt humusführendes, saures Schwarzwasser. Aus dem brasilianischen und guyanischen Bergland führen der Tapajos und der Xingu sehr durchsichtiges Klarwasser. Die meisten Piranhas lassen sich in den, aus den Anden kommenden, Weißwasserflüssen finden. Dort beträgt die Sichtweite unter Wasser gerade noch 20cm. Wogegen im Schwarzwasser die Sichtweite 50cm - 3m beträgt. Im Schwarzwasser findet man an den Stellen, wo aus Nebenflüssen Weißwasser zufließt einen stärkeren Fischreichtum. Das Klarwasser stammt aus Gebieten, wo sehr viel Granit und Gneis in der Erde ist und somit das Wasser nicht verunreinigt, dies begünstigt eine große Artenvielfalt an Fischen und Pflanzen, jedoch sind Piranhas hier eher selten zu finden. An den Stellen, wo sich Das Klarwasser mit Weiswasser mischt, treten die Piranhas wieder vermehrt auf.
In der Regenzeit steigen die Flüsse im Amazonasgebiet um ein beträchtliches Maß an und überschwemmen weite Teile des Landes. In der Trockenzeit sinkt der Wasserspiegel wieder und entlang der Flüsse bilden sich zahlreiche kleine Seen. Viele dieser Gewässer Trocknen binnen kurzer Zeit aus, viele jedoch bleiben als See bestehen. In diesen Seen ist oft ein großer Fischreichtum zu erkennen, befindet sich jedoch unter den Fischen ein Schwarm Piranhas, so werden diese Fische sehr schnell zu ihrer Beute. Daraufhin entsteht Nahrungsknappheit und die ausgehungerten Piranhas können sofort alle Menschen und Tiere, die das Gewässer betreten angreifen.
Außerdem sind Piranhas auch im unteren Teil des Rio San Francisco in Brasilien zu finden, welcher immerhin ein Einzugsgebiet von 630 000 Quadratkilometern verfügt. Auch das Tiefland des Orinoko ist ein wichtiges Vorkommensgebiet der Piranhas. Mit einem Einzugsgebiet von 1 000 000 Quadratkilometern durchfließt er in einem Bogen Venezuela und bildet über 200 km Länge auch die Grenze zwischen Venezuela und Kolumbien. Weiter südöstlich des Orinoko befinden sich in Guyana weitere Gewässersysteme, in denen zahlreiche Piranhas leben. Ebenfalls sind Piranhas im Rio Parana und im Rio Paraguay viel weiter südlich anzutreffen.